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Presse

Oktober 2004

Minna von Barnhelm

Mit List die Liebe wiederbelebt

THEATOUR begeistert Publikum mit Lessings Lustspiel „Minna von Barnhelm"

 

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Markus C. Kühne gibt seinem Tellheim das sanfte Gesicht eines Menschenfreundes, der lieber selber in die Tasche greift, als gewaltsam Gelder einzutreiben. Anders dagegen Minna in Gestalt der Lisa Arleth und Franziska, ihre Zofe (Diana Brachvogel). Die beiden Frauen verkörpern Lebenslust, Freude am Reichtum, Vertrautheit miteinander und die Unbeschwertheit Liebender. Beide verkörpern recht moderne Züge. Sie kämpfen um ihre Liebhaber. Minna ein wenig hinterhältig, Franziska eher problemlos und auch ein ganz klein wenig animalisch. ... Eine Paraderolle liefert Jochen Servatius, der auch Regie führt. Seine Figur des Wachtmeisters Paul Werner spiegelt den Zwiespalt wieder, in dem sich der rangniedere Kamerad dem Major gegenüber sieht. Er ist zu Geld gekommen, er will selbstlos helfen - und er darf nicht. Er vergöttert seinen Vorgesetzten, der aber weist ihn ab. Sichtbaren Trost findet er bei Franziska. Die begleitenden Figuren fügen sich harmonisch in das Spiel von Ehre, Freundschaft und Liebe ein. Das Publikum litt mit, schmunzelte oder lachte auch. Es gab starken Beifall am Schluß - und viele Gäste haben möglicherweise zum ersten Mal erlebt, wie ein großer deutscher Autor seinen Mitbürgern den Spiegel vorgehalten hat.
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Moosburger Zeitung, Oktober 2004